Beamte: Sprossen auf der Karriereleiter

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Der öffentliche Dienst hat nach wie vor ein Fachkräfteproblem. Es gibt zwar laut deutschem Beamtenbund an die fünf Millionen Beschäftigte, doch <60.000 Stellen sind unbesetzt. Und es kommt noch schlimmer: laut der Süddeutschen Zeitung fehlen nach einer Studie der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers bis 2030 allein 276.000 Verwaltungsfachleute. Jeder dritte Student will zwar laut einer anderen Untersuchung am liebsten Beamter werden, doch: nur Weiterbildung hilft weiter. Mit Weiterbildung in den Verwaltungen kann dem Mangel auch abgeholfen werden.

 

Für die Beamtenkarriere im höheren Dienst, der höchsten Laufbahn, braucht der Einsteiger mindestens einen Master-Abschluss oder eine vergleichbare Qualifikation. Bei Juristen ist das zum Beispiel das zweite Staatsexamen. Viele haben zudem an der Verwaltungshochschule in Speyer/Rheinland-Pfalz studiert. Nach dem Studium und der Bewerbung wird jemand nach einer festgelegten Zeit als Staatsdiener auf Probe verbeamtet und entsprechend der Besoldungsordnung eingestuft. Mit einem Master-Abschluss steht der Weg nach ganz oben offen.

Ein Fachmann aus Speyer sagt dazu: „Am Master wird festgehalten, weil viele Berufe in der Verwaltung eine hohe fachliche Spezialisierung brauchen. Da der öffentliche Sektor aber eine spezielle Weiterbildung hat, in dem man durch Fortbildung die Laufbahngruppen durchbrechen kann, steht letztlich auch einem Bachelor der Aufstieg in den höheren Dienst offen. Jeder willige Beamte im mittleren oder im gehobenen Dienst kann sich mit einer Zusatzausbildung für den höheren Dienst qualifizieren.“

An Weiterbildung geht daher kein Weg vorbei. Nur so können manche der 1,836 Millionen Beamten eine der 11.000 Stellen in der höchsten Besoldungsordnung B erreichen. Die berufliche Qualifizierung ist etwa in
Baden-Württemberg durch Gesetz vorgegebene Aufgabe der Führungsakademie in Karlsruhe. Zu diesem Zweck konzipiert und organisiert die mit den Ministerien des Lands die Einführungsqualifizierung der Interessenten. Die Akademie bietet Auswahlverfahren für die Übernahme von Führungsfunktionen oder Lehrgänge für den Aufstieg besonders qualifizierter Bediensteter des gehobenen Dienstes in den höheren Dienst der Verwaltung an, entwickelt Standards in Kooperation mit Hochschulen. Die Laufbahnen im öffentlichen Dienst folgen stets genauen Vorgaben, sodass sich oftmals eben die Notwendigkeit einer Weiterbildung zeigt.

Verwaltungsfachangestellte sowie Beamte im mittleren, gehobenen und höheren Dienst können gleichermaßen von einem berufsbegleitenden Studium profitieren. Das kann oft über den Dienstherrn an einer Hochschule für öffentliche Verwaltung absolviert werden. Alternativ kommen andere Hochschulen
infrage. Diese punkten mit einem breit gefächerten Studienangebot, das auch Fernstudien bereithält. Auf der Suche nach einem für die Verwaltung relevanten Studiengang außer dem Beruf sollten unter anderem die folgenden Fächer in Erwägung gezogen werden: Public Management, Öffentliches Recht, Verwaltungs-, Rechts- und Staatswissenschaft sowie BWL. In Deutschland gibt es derzeit mehr als 100 Beamtenberufe in den Behörden von Bund, Ländern und Kommunen. Die Vielfältigkeit der Aufgaben erstreckt sich von
Allgemeine Verwaltung bis zum Zoll. Der einfache nichttechnische Dienst setzt einen erfolgreichen Hauptschulabschluss voraus, mit dem Bewerber in den unterschiedlichen Ämtern und Abteilungen der Kommunalverwaltung eine Ausbildung finden. Der Vorbereitungsdienst dauert in der Regel sechs Monate.

Um eine Laufbahn im mittleren Dienst anzustreben, benötigt jemand für den nichttechnischen und technischen Dienst einen Realschulabschluss oder einen Hauptschulabschluss plus einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Für den mittleren technischen Dienst werden außer der allgemeinen Vorbildung ganz bestimmte und allgemein vorgeschriebene fachliche Kenntnisse sowie Fertigkeiten vorausgesetzt. Ausbildungsplätze im mittleren technischen Dienst gibt es bei der Kommunal-, Wehr- oder Steuerverwaltung, bei der Feuerwehr, dem Zoll. Die Ausbildungsdauer beträgt hier ein bis zwei Jahre.
Als Beamten-Anwärter im gehobenen Dienst werden Fachhoch- oder die Allgemeine Hochschulreife benötigt, um ein Studium an einer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung zu absolvieren. Das Studium dauert drei Jahre, das mit der Laufbahnprüfung und der Verleihung eines Diplom-Grads (zum Beispiel
Diplom-Verwaltungswirt) abschließt.

Für den gehobenen technischen Dienst muss ein technischer Studiengang an einer Fachhochschule belegt werden. Nach dem Studium locken die Bundesbank, der Justiz-/KriminalDienst, Wehrverwaltung oder die Verwaltungen des Bunds, der Länder. Der für den gehobenen Dienst obligatorische Vorbereitungsdienst mit Studium dient als Ausbildung und setzt mindestens die Fachhochschulreife voraus. Im Zuge dessen  durchlaufen die angehenden Beamten eine Ausbildung im öffentlichen Dienst und absolvieren zugleich ein
grundständiges Bachelor-Studium an einer Fachhochschule. Für einige Laufbahnen ist aber ein abgeschlossenes Studium eine Voraussetzung für den Vorbereitungsdienst. Für die Beamtenlaufbahn im höheren Dienst ist ein abgeschlossenes Studium an einer Universität oder an einer Hochschule mit vergleichbaren Aufgabenstellungen nötig. Der Abschluss muss durch eine Staatsprüfung oder mit einer Hochschulprüfung erfolgen.

Aufgaben gibt es in der Verwaltung, beim Bundeskriminalamt, bei der Bundespolizei und bei der Feuerwehr. Eine weitere Besonderheit der Ausbildung im öffentlichen Dienst ist der sogenannte Vorbereitungsdienst. Beamten-Anwärter sind während der Ausbildung in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf eingestellt. Sobald die Abschlussprüfung oder auch Laufbahnprüfung bestanden ist, steht die Verbeamtung an.

Fotos: Mary L./Pixelio.de; S. Hofschläger/Pixelio.de; Uwe Wagschal/Pixelio.de

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