Öffentliche Verwaltung: Mit Bits und Bytes durch Corona

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Im rahmen einer Umfrage hat das RKW-Kompetenzzentrum ermittelt, wie Unternehmen, Wirtschaftsförderung, Bildung und Verwaltung sowie Beratung mit der Krise umgehen, was sie umtreibt und welche Veränderungen sie anstreben. 1007 Personen aus den genannten Bereichen nahmen teil.

Die Auswirkungen von Corona sind umfassend, die Ausprägung und der Umfang differieren jedoch. 61 Prozent aller befragten Unternehmen erwarteten zum Befragungszeitpunkt Ende April mittel- bis langfristig starke oder sehr starke Konsequenzen für ihr Geschäft – mit dem Höchststand von 96 Prozent in der Gastronomie und dem Tiefststand von 20 Prozent in der Energie- und Wasserver- und -entsorgung. Wie bei den Unternehmen rechneten auch in der Verwaltung 61 Prozent mit starken oder sogar sehr starken Auswirkungen.

Als größte Herausforderung Ende April wurde in der Verwaltung der Aufbau und die Sicherung von Kapazitäten mit 58 Prozent genannt, speziell wurden Personalengpässe wegen fehlender Kinderbetreuung, die Vorbereitung auf die Wiedereröffnung, die Aufrechterhaltung der Leistungen für Bürgerinnen und Bürger, der Ausbau des Service und die Unterstützung anderer Abteilungen genannt. Groß war in den Verwaltungen auch die Sorge um die Situation der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt (53 Prozent), zudem drängte die Bearbeitung von Verwaltungsvorgängen, Anträgen und die Beratung (53 Prozent). Für jede dritte Verwaltung war die Einhaltung der Hygienevorschriften eine große Schwierigkeit.

Nach den Herausforderungen der kommenden 24 Monate gefragt, nannten die Befragten der Verwaltung die Digitalisierung (86 Prozent), Finanzen und Liquidität (72 Prozent) sowie Kommunikation und Information (72 Prozent) als wichtigste Themen. Weiterhin wurden in den Verwaltungen Arbeitszeitmodelle und -organisation (69 Prozent) genannt, aber auch Krisen- und Risikomanagement (64 Prozent) und die Unterstützung des Personals (58 Prozent). Zum Vergleich: Bei den Unternehmen waren Finanzen und Liquidität branchenübergreifend auch in der 24-Monats-Perspektive das Top-Thema, gefolgt von der Digitalisierung. Hier ist das Gastgewerbe das Schlusslicht, denn nur einer von drei befragten Betrieben will sich in den nächsten 24 Monaten der Digitalisierung widmen.

Finanzierungs- und Konjunkturhilfen sind angesichts einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe wie Corona zweifelsohne wichtig, doch was braucht es darüber hinaus? Sowohl Unternehmen (44 Prozent) als auch Verwaltungen (51 Prozent) wünschen sich am häufigsten einen Erfahrungsaustausch. Der spielt auch in den Wirtschaftsförderungen und Bildungsinstitutionen eine große Rolle (44 Prozent), häufiger werden dort nur noch Web-Seminare und Online-Angebote sowie Handlungshilfen, Checklisten und Tools (48 Prozent) genannt. Letztere werden auch von den Verwaltungen gern angenommen (47 Prozent beziehungsweise 43 Prozent). Klassische Seminare und Impulsveranstaltungen landen nicht unter den Top-3-Unterstützungsangeboten. Hier zeigt sich, wie wichtig branchen- und institutionsübergreifend das Sparring der Erfahrungen ist, aber auch, dass nicht alles in Präsenz stattfinden muss.

Das RKW unterstützt gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung Verwaltungen unter anderem bei der Digitalisierung von gründungsbezogenen Verwaltungsleistungen im Rahmen der Workshop-Reihe „Verwalten heißt gestalten“, aber auch mit dem Ratgeber digitale Verwaltung. Dieser zeigt anhand von zahlreichen Best-Practice-Beispielen, wie Kommunen ihre Web-Seiten optimieren können. Die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung hilft dabei, Antworten auf die Anforderungen eines permanenten Aufgaben- und Technologiewandels zu liefern und so eine reibungslose, effiziente Verwaltung zu fördern. Anregungen gibt es unter anderem zu den Themen Personalmanagement im Zeitalter der Digitalisierung, Remote-Arbeit und Arbeitszeitmanagement.

Kennwort: RKW
Foto: Petra Dirscherl/Pixelio.de

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