Die neue Ausgabe: KBD 11-12/2020

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Stadtflucht wegen Corona bleibt aus

Eine Frage, die nicht nur ich mir, sondern auch die Leserinnen und Leser sich stellen: Treibt Corona die  Deutschen aufs Land? Immerhin haben die Vorteile der Stadt in Zeiten von Kontakteinschränkungen und Sperrstunden weniger Relevanz. Große Menschenansammlungen sind auf dem Land leichter zu meiden. Doch spiegelt sich diese landläufige Ansicht auch im Suchverhalten und den Nachfragepräferenzen von Immobiliensuchenden wider?

Nein! Denn eine aktuelle Analyse von Immoscout 24 zeigt: Eine nachhaltige Verlagerung der Nachfrage von der Stadt aufs Land ist bislang ausgeblieben. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien entwickelt sich auf dem
Land und der Stadt parallel. Allerdings ist das Interesse an Eigentumswohnungen und Häusern zum Kauf im städtischen Umland gestiegen. Die aktuelle Datenauswertung von Immoscout 24 zeigt, dass sich die Nachfrage nach Kauf- und Mietimmobilien in der Stadt und auf dem Land seit Beginn der Corona-Pandemie weitgehend analog entwickelt haben. Eine Verschiebung aus der Stadt zugunsten des Lands ist nicht erkennbar. Nach einem Rückgang der Kontaktanfragen im März 2020 erholten sich die Werte deutschlandweit in wenigen Wochen und über alle Segmente hinweg. Starke Nachholeffekte zeigten
sich – sowohl auf dem Land als auch in der Stadt – im Juni 2020.

Im Vergleich zum Vorjahr gingen auf Immoscout 24 für Eigentumswohnungen auf dem Land 40 Prozent und in der Stadt 38 Prozent mehr Kontaktanfragen ein. Bei Häusern zum Kauf auf dem Land verzeichnete das Unternehmen im Juni 2020 ein Plus von 36 Prozent, beim Pendant in der Stadt ein Plus von 28 Prozent. Seit August haben sich die Nachfragewerte wieder eingependelt und lagen auf oder leicht über dem
Vorjahresniveau. Die Nachfrageentwicklung für Mietimmobilien spricht ebenfalls gegen eine nachhaltige
Stadtflucht. So hat sich die Nachfrage nach Mietwohnungen und Häusern zur Miete in der Stadt stärker erholt als auf dem Land. Für Mietwohnungen in der Stadt gingen im Juni 2020 gut 17 Prozent mehr Kontaktanfragen ein als im Vorjahr, im September 2020 lag der Wert bei plus 5 Prozent.

Dr. Thomas Schroeter, Geschäftsführer von Immoscout 24, sagt: „Der Immobilienmarkt verändert sich nicht von heute auf morgen. Die vielfach vorhergesagte Stadtflucht blieb bislang aus. Vor allem Mietimmobilien in der Stadt sind weiterhin begehrt – und werden es voraussichtlich bleiben. Denn auch wenn zwischenzeitlich die Menschen verstärkt nach Kurzvermietungen auf dem Land gesucht haben, heißt das noch nicht, dass sie der Stadt den Rücken kehren und ihren Lebensmittelpunkt aufs Land verlegen. Es
spricht vieles dafür, dass die Reisebeschränkungen dazu geführt haben, dass sich Menschen innerhalb Deutschlands nach Alternativen umgeschaut haben. Als sich im August und September die Lage normalisierte, pendelten sich auch die Nachfrage-Ausschläge wieder ein.“

„Wegen Corona arbeiteten in den vergangenen Monaten viele Angestellte im Homeoffice. Das Pendeln vom Wohnort zur Arbeit und zurück blieb damit erspart. Gut möglich, dass dieser Trend sich auch nach der Pandemie fortsetzt. Das Umland könnte dadurch an Attraktivität gewinnen – zumindest deuten die
Immoscout-24-Daten in diese Richtung“, erklärt Dr. Thomas Schroeter.

Mit den besten Grüßen aus München – und
passen Sie auf sich auf!
Florian Peter
flop@flop-pm.de

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