Ausgabe 10/2018

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Stickoxidemissionen, deren Quelle zu großen Teilen im Verkehr liegt, sind häufig die Ursache von Luftverschmutzungen in Städten. Nachdem viele deutsche Städte und Kommunen die EU-Grenzwerte der Stickstoffbelastung noch nicht einhalten können, findet ein Umdenken in Sachen Luftqualität statt. Und ein besonders erfreuliches Beispiel kommt aus Rüsselsheim. Die Stadt, in der der Autobauer Opel zu Hause ist, hat die Belastungsgrenzen in der Vergangenheit nur geringfügig überschritten, dennoch erarbeitet die Stadt gemeinsam mit Drees & Sommer den Green-City-Masterplan „Saubere Luft 2017 bis 2020“, der auf nachhaltige neue Mobilitätsformen sowie digitale Infrastruktur setzt und von der Bundesregierung bezuschusst wird.

Schwerpunkt des Anfang September von der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Rüsselsheim verabschiedeten Masterplans ist ein nachhaltiges und emissionsarmes Mobilitätskonzept für Rüsselsheim mit dem Ziel, Luftschadstoffe in der Stadt dauerhaft zu senken. Eine Standortanalyse dient als Grundlage für die Gestaltung zukunftsfähiger Mobilität. Zu den Maßnahmen des Green-City-Masterplans zählen der massive Ausbau der öffentlichen Elektro-Ladeinfrastruktur und die Umrüstung der städtischen Flotten auf Elektrofahrzeuge. Für eine bessere Luftqualität sollen außerdem E-Car- und E-Bike-Sharing sowie eine an das Umweltsystem geknüpfte intelligente Steuerung der Ampeln sorgen: Drohen Stickstoff-Messwertüberschreitungen, kann eine unmittelbare Steuerung den Verkehr auf bestimmten Straßenabschnitten verflüssigen oder auch gezielt reduzieren. Außerdem hinzu kommt eine digitale Überwachung der bereits heute für den Schwerverkehr gesperrten städtischen Hauptverkehrsstraßen. Sie soll unerwünschten Lkw-Durchgangsverkehr, der maßgeblich für Stickstoffbelastungen verantwortlich ist, verhindern.

„Konzepte und Maßnahmen für den innerstädtischen Verkehr müssen intelligenter werden, um den steigenden Mobilitätsbedarf zu decken und gleichzeitig die Luftqualität zu verbessern. Ein Mobilitätswandel kann beispielsweise durch ganz verkehrsfreie Quartiere, Fahrradautobahnen und E-Mobilität gefördert werden“, erklärt Dr. Burkhard Seizer, Senior-Projektpartner der Drees & Sommer SE. Damit Städte wie Rüsselsheim auch in Zukunft lebenswert bleiben, berät Drees & Sommer mit ganzheitlichen Ansätzen im Verkehrs- und Infrastrukturbereich. In den vergangenen Monaten hat das interdisziplinäre Team, bestehend aus Infrastrukturberatern und Mobilitätsexperten von Drees & Sommer sowie den Verkehrsplanern des Darmstädter Büros R+T, eine Umsetzungsstrategie erarbeitet, um geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität auf den Weg zu bringen. „Lebensqualität und Funktionalität unserer Stadt stehen für Rüsselsheim an erster Stelle. Durch den Green-City-Masterplan und Expertenunterstützung wollen wir diese Ziele bis 2020 umsetzen“, sagt Marianne Flörsheimer, Dezernentin für Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung, Lärmabwehr und Klimaschutz der Stadt Rüsselsheim am Main, wie sich die Opel-Stadt neuerdings nennt.

Übrigens: Maßnahmen für eine bessere Luftqualität in Städten und Kommunen werden vom Bundesverkehrsministerium im Rahmen des „Sofortprogramm Saubere Luft 2017 bis 2020“ gefördert. Auch Rüsselsheim erhält für die Erstellung des Green-City-Masterplans einen Zuschuss in Höhe von 98.000 Euro. Der Plan ermöglicht es der Stadt, sich darüber hinaus auf weitere Fördermittel aus dem Fonds für nachhaltige Mobilität für die Umsetzung konkreter Maßnahmen zu bewerben. Bundesregierung und Automobilwirtschaft stellen in diesem Rahmen finanzielle Mittel bereit, damit Kommunen die notwendigen Investitionen in die urbane Infrastruktur refinanzieren können. Übergeordnete Ziele sind verkehrslenkende Maßnahmen, Förderungen von Elektromobilität und Ladeinfrastrukturen sowie der Ausbau des Rad- und Fußverkehrs.

Mit den besten Grüßen
Florian Peter

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