Ökologische Gebäudedämmung: Nachhaltig bauen auf Erdölbasis – ein Widerspruch?

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Es klingt zunächst verwirrend: Wie kann es ökologisch sinnvoll sein, ein Haus mit einem Schaumstoff auf Erdölbasis zu dämmen? Erreicht man damit nicht genau das Gegenteil? Aber eine positive Ökobilanz ist nicht nur mit nachwachsenden Rohstoffen zu erreichen. So simpel ist das nicht. Ein Produkt muss ganzheitlich betrachtet werden, also in Produktion, Materialmenge, Einsparung während der Lebenszeit. Manchmal haben Kunststoffe Augenhöhe mit Naturmaterialien.

Gründächer nehmen in Bezug auf nachhaltiges Bauen und Klimaschutz eine immer wichtigere Rolle ein, immer mehr werden bei Neubauprojekten Gründächer Pflicht. Sie kühlen im Sommer und schützen im Winter vor Wärmeverlusten. Extruderschaumstoff hilft dabei.

Den gesamten Ressourcenkreislauf sehen. Das Wissen über erneuerbare Energien hat sich in den letzten 20 Jahren vervielfacht. Die Formel Ge- samtökobilanz ist einfach: Je schneller sich der zur Herstellung, Transport und Entsorgung nötige Energieeinsatz amortisiert hat und je mehr Energie sich mit diesem Produkt im Laufe der Jahre sparen lassen, desto ökologischer ist es.

Die Ökobilanz zum Thema Wärmedämmung hat das Wuppertal Institut anhand von Extruderschaum (XPS) untersucht. Das Ergebnis: Der Energie- und Ressourcenverbrauch sowie die Umweltbelastung durch die Herstellung fallen kaum ins Gewicht ge- genüber der großen Menge eingesparter Heizener- gie. Allein der Materialeinsatz überzeugt: 98 Prozent des Materials bestehen aus Luft und nur 2 Prozent aus Erdöl. Nach bereits einem Jahr hat sich der Energieaufwand bei XPS amortisiert. Danach spart der Extruderschaum nur noch Energie ein. Viele Bauten, die von unabhängigen Instituten, wie der Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB), zertifiziert sind, haben Extruderschaum, also XPS, in der Bodenplatte und auf dem Flachdach, gerade weil dieses Material ihre Ökobilanz erhöht. Konkret wird durch die Verwendung des Dämmstoffes XPS in einem Hausleben etwa 300-mal mehr Energie eingespart, als bei der Herstellung verbraucht wurde.

Gründächer liegen im Trend – das Umkehrdach ist die Lösung der Feuchteprobleme. Ökologische Dämmmaterialien sind oft sinnvoll, kommen allerdings beim Flachdach an ihre Grenzen: Wegen der hohen Feuchtigkeitsbelastung eines Gründachs würden ökologische Dämmstoffe schnell verrotten. Beim Dach sowie der Bodenplatte kommt es zusätzlich auf eine wasser- und druckfeste Dämmung an. Führt man das Gründach als Umkehrdach aus, liegt die Dämmung, anders als bisher, oberhalb der Dachabdichtung. Dafür muss der feuchteresistente und druckfeste Extruderschaum verwendet werden (XPS, erkennbar an den pastellenen Farben). Er ist Standard bei Problemen mit Feuchtigkeit. XPS verdoppelt zudem, so das Fraunhofer-Institut, die Lebensdauer des Flachdachs. Am Ende seiner Lebensdauer wird der Dämmstoff in einer Heizanlage verbrannt und erzeugt dadurch nochmal zirka 30 Prozent der Heizenergie, die für seine Herstellung benötigt wurde.

Wer kann sich ökologisches Bauen leisten? Eine Kommission der Freien und Hansestadt Hamburg hat die wirtschaftlichen Dimensionen eines Gründachs bewertet. Das Ergebnis: Die Herstellungskosten betragen etwa 1,3 Prozent der gesamten Baukosten. Die Investition in Dachbegrünung ist umso lohnenswerter, je früher das Thema in die Planung eingebracht wird. Darüber hinaus gibt es in jeder Kommune und auch auf Bundesebene Förderprogramme, die ein Energieberater kennt. Die ökologische Wirkung ist jedoch je nach Bauart enorm. Gründächer halten 50 bis 90 Prozent der Niederschläge zurück. So entsteht durch Verdunstung und Kühlungseffekt ein verbessertes Kleinklima im direkten Wohnumfeld, und Überschwemmungen der Kanalisation werden vermieden. Und ganz nebenbei spart man auch bei den Niederschlagswassergebühren.

Kontakt
Fachvereinigung Extruderschaumstoff
Friedrichstraße 95
10117 Berlin
030/52687209
xps-spezialdaemmstoff.de

Kennwort: FPX
Fotos: FPX

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